Tagesgruppe Katharinenstift Bensheim

Das Katharinenstift als Ort für Kinder und Jugendliche existiert seit über 90 Jahren! Die traditionsreiche soziale Einrichtung am Stadtrand von Bensheim/Bergstraße (Hessen) ist geprägt von einem hohen Maß an Stabilität, personaler Kontinuität und der Bereitschaft zu äußeren und inneren Anpassungen an veränderte gesellschaftliche Bedingungen.

Das Katharinenstift – vom Kinderheim zur Tagesgruppe

Seit 1908 das „St. Antonius–Kinderheim des Seraphischen Liebeswerkes (SLW) in Koblenz–Arenberg“ in Betrieb genommen wurde, wuchs der Bedarf an „Heimatorten für Kinder in Not“ kontinuierlich an und so war es eine glückliche „Fügung“, dass großzügige Spender den Kauf des „Amalienhofes“, vorher „Villa Borgnis“ in Bensheim im Jahr 1932 ermöglicht haben. Für die Erzählung, dass es eine Schenkung mit der Auflage war, es für soziale Zwecke zu nutzen und es „Katharinenstift“ zu nennen, liegen keine Belege vor. Bis in die 1990er Jahre gehörte zum Anwesen noch der sog. „Baßmannpark“ mit dem „Luginsland“, von Bensheimern „Blaues Türmchen“ genannt.

Eingang Tagesgruppe Katharinenstift Bensheim

Das Anwesen

Der Wormser Weinhändler, Spinnereibesitzer und „Commercienrat“ Wilhelm Valckenberg erwarb die als „Villa Borgnis“ geplante und gebaute Villa als Landhaus und Jagdsitz. Das Gelände umfasste 80.000 m² Wald und das „Baßmann“ Parkgelände. 1910 ließ er den „Luginsland“-Turm errichten – als namensgleichen Aussichtsturm zu seinem Besitz im Rheinhessischen.

Katharinenstift Bensheim

Das „Katharinenstift“, die erste Tagesgruppe im Kreis Bergstraße

Im August 1991 begann die Tagesgruppenarbeit im Katharinenstift mit zunächst sechs Jungen und einem Mädchen. Auch mit diesem Neubeginn wurde Kontinuität durch die teilweise Übernahme des bestehenden pädagogischen Personals gesichert. Die gemeinsame Entwicklung des Tagesgruppenkonzepts unter Einbindung neue pädagogische Kräfte integriert mit neuen Arbeitsschwerpunkten stand hierbei im Vordergrund. Der Psychomotorikansatz nahm seinen Platz in den Köpfen und in der täglichen Arbeit ein und ergänzte sich von nun an mit der langjährig praktizierten erlebnispädagogischen Arbeit im Freizeitbereich.
Bis in die 1970er war die Einrichtung ein von franziskanischen Schwestern geführtes Kinderheim, das anschließend von weltlichen Fachkräften in eine zeitgemäße Wohngruppe mit differenzierten pädagogischen Angeboten für Jugendliche entwickelt wurde.

In der Tagesgruppe wurden zunächst das Intensivgruppenkonzept und die ressourcenorientierte Familienarbeit mit dem Team als „Quelle“ für die Arbeit mit den insgesamt 12 Kindern und Familien entwickelt. Zeitgemäß kristallisierte sich neben den geschlechtsgemischten Erfahrungsräumen der Kinder ein geschlechtsspezifischer Ansatz, indem die unterschiedliche Lebenswelt von Mädchen und Jungen in differenzierten Erfahrungsräumen im Alltag berücksichtigt werden. Nach Abschluss der neuen Qualitätsvereinbarungen des Jugendamtes mit der Erarbeitung einer Leistungsbeschreibung wurde die Tagesgruppe 2005 auf 14 Plätze aufgestock.
Am 1. Oktober 2010 wurde Klaus Schmitt offiziell nach 34 Jahren Leitung verabschiedet!

Seitdem leitete Peter Frenzel 14 Jahre lang, mit langjähriger vorhergehender Tagesgruppenerfahrung in Weinheim, das „Katharinenstift“, unterstützt vom bestehenden pädagogischen, haus- und gartenwirtschaftlichen Personal. Die Platzzahl wurde auf 15 Kinder/ Jugendliche erhöht, davon 3 Plätze für Kinder mit anerkannt erhöhtem Förderbedarf gemäß §35a SGB VIII.

Die Einrichtungsleitung übernahm im Mai 2024, mit langjährige Bereichsleitungserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe Koblenz des SLW Koblenz im Gepäck, Martin Degen.