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DIE HISTORIE  
Das Katharinenstift als Ort für Kinder und Jugendliche existiert seit  80 Jahren! Die traditionsreiche soziale Einrichtung am Stadtrand von Bensheim ist geprägt von einem hohen Maß an Stabilität, personaler Kontinuität und der Bereitschaft zu äußeren und inneren Anpassungen an veränderte gesellschaftliche Bedingungen. Nicht zuletzt ein hohes Maß an ideellem Einsatz jedes Einzelnen und ein starker Teamgeist konnten bisher zu diesem Erfolg führen.
 
Das Katharinenstift eine Schenkung

Seit 1908 das Antonius–Kinderheim des Seraphischen Liebeswerkes (SLW) in Koblenz–Arenberg in Betrieb genommen wurde, wuchs der Bedarf an „Heimatorten für Kinder in Not“ kontinuierlich an und so war es eine glückliche „Fügung“, dass die letzten Besitzerinnen des Amalienhofes in Bensheim, zwei Cousinen mit den Namen Katharina, das Anwesen dem SLW 1932 zur Schenkung anboten. Verbunden war damit, so wird erzählt, die Auflage es für soziale Zwecke zu nutzen und es „Katharinenstift“ zu nennen. Es ging in den Besitz des SLW über.

 
Das Anwesen

Der Wormser Weinhändler, Spinnereibesitzer und „Commercienrat“ Wilhelm Valckenberg ließ sich um 1876 von dem bekannten Architekten Heinrich Metzendorf die Villa Amalienhof als Landhaus und Jagdschloss erbauen.

Es umfasste 80.000 m2 Wald und das „Baßmann“ Parkgelände.

 
Die Gründung

Nachdem Pater Direktor Ladislaus Lohoff das Kinderheim in Betrieb nahm, begann Schwester Bonaventura Bier , 26- jährig, als erste Leiterin im Katharinenstift zu leben und zu arbeiten. Nach umfangreicher Renovierung wurden 1933 die ersten Kinder aufgenommen. Neben der Arbeit mit ca. 25-30 Kindern mussten von drei oder auch vier Schwestern der Stall, der Garten und die Hauswirtschaft geführt werden, um damit alle zu versorgen.

Seitdem lebten dort bis 1976 , 397 Kinder kurz- oder langfristig.

Nach 44 Jahren Lebenswerk der Schwester Bonaventura übernahm Klaus Schmitt aus Fürth im Oktober 1976 die Leitung und zog mit seiner Frau Christa in die umgebaute Scheune des Anwesens. Der damals 23-jährige war ausgebildeter Grund-und Hauptschullehrer, erfahren in der KJG – Arbeit und qualifizierte sich später als Jugend- und Heimerzieher weiter.
 

Vom Kinderheim zur Tagesgruppe

Die ersten fünf Jahre waren geprägt von umfangreichen „inneren“ und „äußeren“ Umbau und Modernisierungsmaßnahmen der Räumlichkeiten. Es wurde ein pädagogisches Konzept erarbeitet, nach und nach entsprechendes Personal eingestellt, die Verbindung zum zuständigen Jugendamt Heppenheim aufgenommen und erste Pflegesatzverhandlungen mit dem damaligen Landeswohlfahrtsverband abgeschlossen.

Der Hauswirtschafts- und Gartenbereich wurde durch die Einstellung entsprechend qualifizierter Kräfte gestärkt. Auch diese Arbeitkräfte leisten ein hohes Maß an personellem Einsatz und Verlässlichkeit.
Das Kinderheim und „sein Klientel“ wandelte sich und schaffte sich einen Namen mit der Arbeit von schwierigen „männlichen“ Heranwachsenden.

Aus der ehemaligen „Außenstelle“ des Kinderheims in Koblenz wurde eine im Kreis Bergstraße eigenständige, bekannte und hoch professionelle Einrichtung, stets gefördert und fest verankert in die Sektion Koblenz des SLW.

Nach knapp 60 Jahren stationärem Arbeit für Kinder und Jugendliche veränderte sich das „Katharinenstift“ und passte sich neuen gesellschaftlichen Anforderungen an. Sie wird auf Anfrage des Jugendamtes Heppenheim Tagesgruppe.
 
Das „Katharinenstift“, die erste Tagesgruppe im Kreis Bergstraße
 
Im August 1991 begann die Tagesgruppenarbeit im Katharinenstift mit zunächst sechs Jungen und einem Mädchen. Auch mit diesem Neubeginn wurde Kontinuität durch die teilweise Übernahme des bestehenden pädagogischen Personals gesichert. Die gemeinsame Entwicklung des Tagesgruppenkonzepts unter Einbindung neue pädagogische Kräfte integriert mit neuen Arbeitsschwerpunkten stand hierbei im Vordergrund. Der Psychomotorikansatz nahm seinen Platz in den Köpfen und in der täglichen Arbeit ein und ergänzte sich von nun an mit der langjährig praktizierten erlebnispädagogischen Arbeit im Freizeitbereich.

Darüber hinaus wurden das Intensivgruppenkonzept und die ressourcenorientierte Familienarbeit mit dem Team als „Quelle“ für die Arbeit mit den insgesamt 12 Kindern und Familien entwickelt. Zeitgemäß kristallisierte sich neben den geschlechtsgemischten Erfahrungsräumen der Kinder ein geschlechtsspezifischer Ansatz, indem die unterschiedliche Lebenswelt von Mädchen und Jungen in differenzierten Erfahrungsräumen im Alltag berücksichtigt werden.

Nach Abschluss der neuen Qualitätsvereinbarungen des Jugendamtes mit der Erarbeitung einer Leistungsbeschreibung wurde die Tagesgruppe 2005 auf 14 Plätze aufgestockt, die seitdem so besteht.
 
Am 1.10.2010 wurde Klaus Schmitt offiziell nach 34 Jahren Leitung verabschiedet!
 
Seitdem leitet Peter Frenzel, mit 23 Jahren Tagesgruppenerfahrung in Weinheim, das „Katharinenstift“, unterstützt vom bestehenden pädagogischen, haus- und gartenwirtschaftlichen Personal.